Adoption in Madagaskar

Viele Paare wünschen sich die Adoption eines Kindes und es ist eine gute Möglichkeit für ein Kind, seine Persönlichkeit in einer liebe- und verständnisvollen Familie entfalten zu können.

Grundsätzlich hat jedes Kind zuerst das Recht in seiner Ursprungsfamilie aufzuwachsen. Ist dies trotz unterstützender staatlicher Maßnahmen nicht möglich, wird nach einer geeigneten Pflege- oder Adoptivfamilie im Herkunftsland des Kindes gesucht. Kann keine passende Versorgung für das Kind in seinem Ursprungsland gefunden werden, dann kann das Kind über den Weg der Internationalen Adoption eine Familie finden. Für diese Internationalen Adoptionen ist das "Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption" (sog. Haager Übereinkommen vom 29. Mai 1993) maßgebend.

Deutschland hat das Abkommen am 01.03.2002 ratifiziert,
Madagaskar ist dem Haager Übereinkommen am 01.06.2007 beigetreten.

Auch im Ausland müssen die Rechte des Kindes und der Familien sichergestellt sein. Die Behörden im Heimatstaat klären, ob die internationale Adoption dem Kind in seiner persönlichen Situation geeignete Lebensperspektiven eröffnet. Die Vermittlung eines Kindes zur Adoption ins Ausland ist die letzte mögliche Maßnahme, wenn das Kind in seiner Ursprungsfamilie nicht verbleiben kann, oder eine geeignete Adoptiv- oder Pflegefamilie im Heimatland nicht zu finden ist.

Adoptionsvermittlung

Eine Fachstelle für Internationale Adoptionen kann nur dann Adoptionen vermitteln, wenn sie durch das zuständige Landesjugendamt geprüft und staatlich anerkannt wurde. Die Fachstelle für Internationale Adoption hat die staatliche Zulassung durch das bayerische Landesjugendamt am 13.03.2006 erhalten.

Seit dem 21.06.2013 besteht die Zulassung vom Bayerischen Landesjugendamt München für die Vermittlung von Kindern aus der Republik Madagaskar.

Adoptionsverfahren

Das weitere Verfahren gliedert sich in drei Phasen auf:


Phase I

Information / Beratung

Zunächst findet ein persönliches und unverbindliches Beratungs- und Informationsgespräch mit einer sozialpädagogischen Fachkraft in unseren Büroräumen in Augsburg statt. Es dient dem gegenseitigen Kennenlernen, der individuellen Beratung und bietet einen Einblick auf die Bedingungen der Adoptionsverfahren. Inhalte des Gesprächs sind ausführliche Informationen zu den Verfahren im In- und Ausland, die spezielle Situation der Kinder sowie detaillierte Erläuterungen zu den Formularen und den Kosten. Zusätzlich erhalten alle Interessenten ausführliches Informationsmaterial.

Die Kosten für das Informationsgespräch betragen 150,- Euro pro Bewerberpaar.

Haben sich die Interessierten nach der Phase I entschlossen, über Eltern für Afrika e.V. ein Kind adoptieren zu wollen, sind weitere Gespräche zur Vorbereitung und zur Eingungsüberprüfung erforderlich, die in Phase II stattfinden.


Phase II

Vorbereitung / Sozialpädagogische Bewertung

Die Paare können wählen, ob der Sozialbeicht (=Eignungsfeststellung) von unserer Fachstelle Eltern für Afrika e.V. oder vom örtlich zuständigen Jugendamt erstellt werden soll:
- Bei der Entscheidung der Adoptionsbewerber, den Sozialbericht von Eltern für Afrika e.V. erstellen zu lassen, finden vier weitere Gespräche, davon ein Hausbesuch statt. Am Ende der Phase II wird die Eignung der Bewerber in einem Gremium von mindestens 2 Fachkräften bewertet und der Sozialbericht verfasst. Die Erstellung des Sozialberichtes bei Eltern für Afrika e.V. kostet 1.550 €.
- Wenn der Sozialbericht vom Jugendamt geschrieben wurde, sendet das Jugendamt den Bericht zu uns. Im Anschluss finden noch zwei weitere Gespräche zur Vorbereitung auf das  Länderverfahren und die Aufnahme eines afrikanischen Kindes in unserer Fachstelle statt. Darüber verfassen wir eine Stellungnahme, die dem Sozialbericht angefügt werden muss.

In dem Zeitraum der Erstellung des Sozialberichts ist die Teilnahme beider Bewerber an einem eintägigen Vorbereitungsseminar bei Eltern für Afrika e.V. verbindlich. Die Termine des Vorbereitungsseminars finden Sie unter „Aktuell“. Die Kosten dafür betragen 100.- € pro Teilnehmer.

Die letzte Verantwortung für die Annahme einer Bewerbung und Vermittlung eines Kindes liegt bei Eltern für Afrika e.V. Wir prüfen vor allem die besondere Eignung der Bewerber für die Annahme eines afrikanischen Kindes.

Den Sozialbericht oder unsere positive Stellungnahme in Verbindung mit dem vom Jugendamt verfassten Sozialbericht legen wir dem Landesjugendamt und der örtlich zuständigen Jugendamt vor. Liegen auch von Seiten der einbezogenen Behörden keine Bedenken gegen die Annahme eines Kindes durch die Bewerber vor, können Sie grundlegend mit der Vermittlung eines Kindes rechnen.

Die Wartezeit bis zur Vermittlung hängt individuell vom Kinderprofil der Bewerber und von den aktuell in den Kinderheimen nach Eltern suchenden Kindern ab.


Phase III

Durchführung der Adoption

Die Unterlagen der Adoptionsbewerber werden durch unsere Fachstelle über die madagassische Botschaft in Berlin nach Madagaskar geschickt und liegen dort der zentralen Stelle für Adoption vor. Die Entscheidung, welche Eltern für das jeweilige Kind die besten Voraussetzungen mitbringen, wird dort getroffen. Wir als Fachstelle erhalten den offiziellen Kindervorschlag aus Madagaskar und leiten diesen nach Prüfung an die jeweiligen Landesjugendämter und an das örtlich zuständigen Jugendamt weiter. Nach jeweiliger Zustimmung werden die Bewerber über den Kindervorschlag informiert.

Haben die Bewerber den Vorschlag angenommen, wird eine notariell beglaubigte und legalisierte Bestätigung der Annahme an das Ministere de la Population et des Affaires Sociales nach Madagaskar gesendet. Dort wird nach erneuter Prüfung ein Gerichtstermin beantragt.

Vor diesem ersten Gerichtstermin reisen die Bewerber nach Madagaskar und lernen das Kind im Kinderheim kennen. Beide Eltern und das Kind müssen persönlich zum dem Gerichtstermin erscheinen.

Der Richter bestätigt die Pflegschaft und legt die Dauer der Adoptionspflegezeit (ca. 4-5 Wochen) fest und benennt das Datum für den zweiten und endgültigen Gerichtstermin. An diesem Gerichtsbeschluss schließt sich eine 4 Wochen dauernde Einspruchsfrist an. Erst nach Ablauf der Einspruchsfrist ist die Adoption rechtswirksam.

Mit Beginn der Adoptionspflegezeit in Madagaskar besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Elterngeld bzw. -zeit sowie Kindergeld.

Madagaskar hat im September 2004 das Haager Übereinkommen unterzeichnet, eine in Madagaskar durchgeführte Adoption ist eine „starke“ Adoption. Nach Erhalt der Unterlagen können die Adoptiveltern beim Deutschen Konsulat in Madagaskar einen deutschen Pass für das Kind beantragen.

Daraus ergibt sich eine gesamte Aufenthaltsdauer im Land von ca. 3-4 Monaten.
Während des gesamten Aufenthaltes werden die Adoptiveltern von unserer madagassischen Mitarbeiterin unterstützt und betreut.

Nach der erfolgten Adoption kann die Anerkennung der madagassischen Adoption in Deutschland beantragt werden.

Nach der Adoption in Madagaskar sind im ersten Jahr halbjährlich, dann einmal  jährlich (bis zum 18 Lebensjahr des Kindes) Berichte über das Kind zu erstellen, die über unsere Fachstelle mit einer pädagogischen Stellungnahme weitergeleitet werden. Eine Inhaltsübersicht für diese Berichte erhalten die Adoptiveltern von Eltern für Afrika.