Moratorium in Kenia

am 26. Nov. 2014 wurde in Kenia in einer Kabinettssitzung ein Moratorium bezüglich nationaler und internationale Adoption erlassen. Dadurch sind bis auf weiteres in Kenia keine Adoptionen möglich und wir können keine Bewerber in ein Verfahren aufnehmen.

Adoption in Kenia

Viele Paare wünschen sich die Adoption eines Kindes und es ist eine gute Möglichkeit für ein Kind, seine Persönlichkeit in einer liebe- und verständnisvollen Familie entfalten zu können.

Grundsätzlich hat jedes Kind zuerst das Recht in seiner Ursprungsfamilie aufzuwachsen. Ist dies trotz unterstützender staatlicher Maßnahmen nicht möglich, wird nach einer geeigneten Pflege- oder Adoptivfamilie im Herkunftsland des Kindes gesucht. Kann keine passende Versorgung für das Kind in seinem Ursprungsland gefunden werden, dann kann das Kind über den Weg der Internationalen Adoption eine Familie finden. Für diese Internationalen Adoptionen ist das "Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption" (sog. Haager Übereinkommen vom 29. Mai 1993) maßgebend.

Deutschland hat das Abkommen am 01.03.2002 ratifiziert,
Kenia hat das Haager Übereinkommen am 12.04.2004 ratifziert.

Auch im Ausland müssen die Rechte des Kindes und der Familien sichergestellt sein. Die Behörden im Heimatstaat klären, ob die internationale Adoption dem Kind in seiner persönlichen Situation geeignete Lebensperspektiven eröffnet. Die Vermittlung eines Kindes zur Adoption ins Ausland ist die letzte mögliche Maßnahme, wenn das Kind in seiner Ursprungsfamilie nicht verbleiben kann, oder eine geeignete Adoptiv- oder Pflegefamilie im Heimatland nicht zu finden ist.

Adoptionsvermittlung

Eine Fachstelle für Internationale Adoptionen kann nur dann Adoptionen vermitteln, wenn sie durch das zuständige Landesjugendamt geprüft und staatlich anerkannt wurde. Die Fachstelle für Internationale Adoption hat die staatliche Zulassung durch das bayerische Landesjugendamt am 13.03.2006 erhalten.

Seit dem 03.04.2009 besteht die Zulassung vom Bayerischen Landesjugendamt München für die Vermittlung von Kindern aus der Republik Kenia.

Adoptionsverfahren

Das weitere Verfahren gliedert sich in drei Phasen auf:


Phase I

Information / Beratung

Zunächst findet ein persönliches und unverbindliches Beratungs- und Informationsgespräch mit einer sozialpädagogischen Fachkraft in unseren Büroräumen in Augsburg statt. Es dient dem gegenseitigen Kennenlernen, der individuellen Beratung und bietet einen Einblick auf die Bedingungen der Adoptionsverfahren. Inhalte des Gesprächs sind ausführliche Informationen zu den Verfahren im In- und Ausland, die spezielle Situation der Kinder sowie detaillierte Erläuterungen zu den Formularen und den Kosten. Zusätzlich erhalten alle Interessenten umfangreiches Informationsmaterial.

Die Kosten für das Informationsgespräch betragen 150,- Euro pro Bewerberpaar.

Haben sich die Interessierten nach der Phase I entschlossen, über Eltern für Afrika e.V. ein Kind adoptieren zu wollen, sind weitere Gespräche zur Vorbereitung und zur Eingungsüberprüfung erforderlich, die in Phase II stattfinden.


Phase II

Vorbereitung / Sozialpädagogische Bewertung

Die Paare können wählen, ob der Sozialbeicht (=Eignungsfeststellung) von unserer Fachstelle Eltern für Afrika e.V. oder vom örtlich zuständigen Jugendamt erstellt werden soll:
- Bei der Entscheidung der Adoptionsbewerber, den Sozialbericht von Eltern für Afrika e.V. erstellen zu lassen, finden vier weitere Gespräche, davon ein Hausbesuch statt. Am Ende der Phase II wird die Eignung der Bewerber in einem Gremium von mindestens 2 Fachkräften bewertet und der Sozialbericht verfasst. Die Erstellung des Sozialberichtes bei Eltern für Afrika e.V. kostet 1.550 €.
- Wenn der Sozialbericht vom Jugendamt geschrieben wurde, sendet das Jugendamt den Bericht zu uns. Im Anschluss finden noch zwei weitere Gespräche zur Vorbereitung auf das  Länderverfahren und die Aufnahme eines afrikanischen Kindes in unserer Fachstelle statt. Darüber verfassen wir eine Stellungnahme, die dem Sozialbericht angefügt werden muss.

In dem Zeitraum der Erstellung des Sozialberichts ist die Teilnahme beider Bewerber an einem eintägigen Vorbereitungsseminar bei Eltern für Afrika e.V. verbindlich. Die Termine des Vorbereitungsseminars finden Sie unter „Aktuell“. Die Kosten dafür betragen 100.- € pro Teilnehmer.

Die letzte Verantwortung für die Annahme einer Bewerbung und Vermittlung eines Kindes liegt bei Eltern für Afrika e.V. Wir prüfen vor allem die besondere Eignung der Bewerber für die Annahme eines afrikanischen Kindes.

Den Sozialbericht oder unsere positive Stellungnahme in Verbindung mit dem vom Jugendamt verfassten Sozialbericht  legen wir dem Landesjugendamt und dem örtlich zuständigen Jugendamt vor. Liegen auch von Seiten der einbezogenen Behörden keine Bedenken gegen die Annahme eines Kindes durch die Bewerber vor, können Sie grundlegend mit der Vermittlung eines Kindes rechnen.

Die Wartezeit bis zur Vermittlung hängt individuell vom Kinderprofil der Bewerber und von den aktuell im Kinderheim nach Eltern suchenden Kindern ab.


Phase III

Durchführung der Adoption

Die Unterlagen der Adoptionsbewerber werden durch unsere Fachstelle nach Kenia geschickt und liegen dort der zentralen Stelle für Adoption vor. Die Entscheidung, welche Eltern für das jeweilige Kind die besten Voraussetzungen mitbringen, wird dort getroffen. Wir als Fachstelle erhalten den offiziellen Kindervorschlag aus Kenia und leiten diesen nach Prüfung an die jeweiligen Landesjugendämter und Adoptionsvermittlungsstellen  weiter. Nach jeweiliger Zustimmung werden die Bewerber über den Kindervorschlag informiert.

Haben die Bewerber den Vorschlag angenommen, ist ein ca. 8-10 Monate dauernder Aufenthalt in Kenia notwendig, der sich - gemäß dem kenianischen Adoptionsverfahren - aus einer drei Monate dauernden Adoptionspflegezeit, sich daran anschließenden 2 - 3 Gerichtsterminen und der Dauer für die Beantragung des deutschen Kinderpasses bei der Deutschen Botschaft in Nairobi zusammensetzt.

Mit Beginn der Pflegschaft und mit Beginn des Aufenthaltes im Land besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Elterngeld bzw. -zeit sowie Kindergeld. Dadurch ist es für einige Paare möglich, sich für dieses Verfahren zu entscheiden.

Um den Familien den Aufenthalt in Kenia so angenehm wie möglich zu gestalten und um eine harmonische und sichere Pflegezeit zu gewähren hat Eltern für Afrika e.V. die Möglichkeit geschaffen, während der gesamten Aufenthaltsdauer in einem der Häuser von Africachild-Bridge oder Africachild-Paradise zu wohnen. Dort befindet sich auch unser kenianisches Büro, von dem aus alle Familien von unserer dortigen Sozialarbeiterin begleitet und betreut werden.

Die kenianische Adoption gilt als eine starke Adoption. Somit hat das Kind den Anspruch auf die deutsche Staatsangehörigkeit. Nach der Zusammenstellung der Dokumente nach der Adoption in Kenia können die Adoptiveltern den deutschen Pass für das Kind bei der deutschen Botschaft in Nairobi beantragen. Vor Erteilung des Passes leitet die deutsche Botschaft ein Dokumentenüberprüfungsverfahren ein.

Nach der erfolgten Adoption kann zusätzlich die Anerkennung der kenianischen Adoption in Deutschland beantragt werden.

Nach der Adoption sind Entwicklungsberichte bis 5 Jahre nach der Adoption zu erstellen, die von unserer Fachstelle mit einer sozialpädagogischen Stellungnahme an die zentrale Stelle in Nairobi / Kenia weitergeleitet werden.

Das kenianische Adoptionsverfahren erfordert mit dem langen Aufenthalt im Land von den Eltern ein hohes Mass an Belastbarkeit und Flexibilität. Jedoch birgt das Verfahren auch viele Vorteile und ganz besonders für die Kinder einen weichen, sanften und ruhigen Übergang in die neue Situation. Das Herkunftsland des Kindes und die dortige Kultur wird von der Familie authentisch erfahren, was wiederum dem Kind die Chance zu einem lebendigen Bezug zum Ursprungsland gibt und das Kind in seiner Identität und in seinem Selbstwert stärken kann.