Erfahrungsbericht I

Unsere Chance eine richtige Familie zu werden

Unser Weg:

Vor gut 3 Jahren – Anfang 2007, haben wir aus unseren Träumen, Wünschen und Vorstellungen Ernst gemacht. Wir haben Kontakt mit dem Jugendamt aufgenommen und waren fest entschlossen unseren Adoptionsweg zu gehen.

Mein Gott…bis es zu ersten Schritten kam, mussten wir fast 3 Monate warten, aber es ging vorwärts und das warten hat sich gelohnt. Natürlich zwischendrin meint man und hat das Gefühl, die Zeit vergeht gar nicht und der nächste Gesprächstermin könnte schon längst sein. Aber es war immer gut so, dass Zeit zwischen den Terminen war und es war auch eine schöne Zeit. Wir hatten wundervolle Gespräche mit unserem Jugendamt in Weilheim und ebenso tolle Gespräche mit dem EfA Verein – Frau Fuchs. Alles in allem waren es 3 aufregende und wunderschöne „Schwangerschaftsjahre“.

Im Internet recherchiert, viel nachgelesen in Büchern, Erzählungen zugehört, Filme angesehen, viel Information „förmlich aufgesaugt“.

Entscheidung Auslandsadoption für Äthiopien.

Im April 2008 nahmen wir an dem Vorbereitungsseminar bei EfA teil, im Mai haben wir unterzeichnet. Während des Vorbereitungsseminars haben wir quasi schon Blut geleckt, nach Äthiopien zu fliegen, um das Land ein wenig kennen zu lernen. Wir lernten andere Paare kennen, die uns darin bestärkten und von denen wir unwahrscheinlich viele Tipps erhalten haben.

Reise nach Äthiopien:

Im November 2008 war es dann soweit. Beide mit Rucksack und diesmal waren da nicht überwiegend Klamotten bei sondern Plüschtiere und ja Anziehsachen zum Verschenken. Ein Urlaub der besonderen Art. Wir Beide hatten noch nie so schnell den Alltag vergessen wie in diesem Urlaub. Wir bereisten 2 Wochen den Norden Äthiopiens, die typische historische Route. Wir haben so viele Menschen kennen gelernt, so vielen Kindern die Hand gereicht, Bananen und Plüschtiere verteilt. Wunderschöne Natur gesehen und erlebt. Leider war es uns fast nicht möglich, auch mal alleine zu sein, von daher war es immer mal wieder sehr angenehm in das Hotel zu gehen und Ruhe zu finden. Aber in Lalibela haben wir diese Ruhe schon gefunden, in den Bergen und auch am späten Nachmittag bei den Felsenkirchen. Das war eine wunderschöne Stimmung, die man sich immer wieder gerne in Erinnerung ruft.

In Addis haben wir sehr gerne im Ghion Park Kraft getankt und auf der Terrasse einen Tee oder Kaffee getrunken.

Die Reise hat uns gut getan und wenn wir wissen, es fliegt wieder „jemand“ nach Addis…da bekommen wir schon so etwas wie Heimweh. Die Gerüche und Geräusche hat man dann direkt wieder vor der Nase. So geht es uns auch, wenn wir im Fernsehen etwas über Äthiopien sehen – zack sofort eingeklickt inkl. der Geräusche.

Kindervorschlag:

Das Jahr 2009 war dann schon richtig spannend, wir sagten „Dieses Jahr könnten wir vielleicht schon zu dritt sein“. Im August 2009 gab es eine wunderschöne Sternschnuppennacht und wir haben uns auf den Balkon gesetzt und Sternschnuppen gesehen und wir haben Dich eingeladen zu uns zu kommen.

Der 18.8.2009 war ein aufregender Tag. Bei uns in Penzberg brannte das Rathaus ab. Eine riesige Aufregung, die sich wohl sicher nicht nur auf mich, auch auf andere Menschen übertragen hat. Aber an diesem Tag war ich einfach durch den Wind.

Am Nachmittag gegen 16.00Uhr ruft mich Andreas in der Arbeit an. Er war ganz aufgelöst und aufgeregt, weil Frau Fuchs hatte auf den AB (Der Spruch ist heute noch am AB drauf) gesprochen und um Rückruf gebeten. Das …ja ja, das konnte doch fast nur ein Kindervorschlag sein. Wir haben Frau Fuchs dann leider nicht mehr erreicht, aber wir schwebten am Abend trotzdem nur so dahin und am nächsten Morgen habe ich dann gleich Frau Fuchs angerufen. Ich werde niemals ihre Stimme und ihre Freundlichkeit vergessen und als sie dann sagte: „Ich freue mich so für sie“. Boah, da machte das Herz einen Hüpfer. Wir vereinbarten noch am gleichen Tag, gegen 14.00Uhr bei Ihr zu sein.

Das war ein Gefühl, da fuhren wir im Auto nach Augsburg und würden in nicht einmal einer Stunde etwas von unserem Kind erfahren. Das war nicht nur aufregend, sondern einmalig und das alles lässt sich sooooo schwer in Worte manchmal fassen, denn die Gefühle und Eindrücke sind einfach zu überwältigend.

Frau Fuchs erzählte uns ein wenig, nein, nein ganz viel und als erstes, dass es ein kleines Mädchen Namens Edil ist mit 11 Monaten. Alles was es über Edil gibt, wurde uns berichtet und Unterlagen übergeben, natürlich auch erste Bilder. Ein aufgewecktes kleines süßes Mädchen, mit sehr wachen Augen.

Wir freuten uns die Nachricht mit unseren Eltern zu teilen, doch in erster Linie versuchten wir unser Glück mit uns alleine zu „feiern“.

Erstkontakt:

2 Wochen Später saßen wir im Flieger nach Addis, was für ein Gefühl. Wir wohnten im D’sguesthouse und hatten eine sehr liebe Guesthousemother Gedenesh. Am Tag nach der Ankunft wurden wir von Ali abgeholt.

Da saßen wir nun im Auto und würden in nicht mal einer halben Stunde unsere Tochter das erste Mal sehen. Die Aufregung stand uns sicher ins Gesicht geschrieben, doch wir versuchten die Taxifahrt zu genießen, denn wir liebten es mit diesen klapprigen Ladas durch Addis zu fahren. Wir waren zu früh am Office, aber wurden dennoch gleich rein gelassen. Wir warteten keine 2 min, da kam Alem mit Edil auf dem Arm in das Zimmer. So lange gewartet….und dann war der Moment auf einmal da. Wir hatten uns vorher ausgemacht, das zuerst Andreas die Kleine nehmen soll und dann ich. Edil blieb noch kurz bei Alem, aber dann war sie auch schon bei Andreas. Sehr schüchtern und ein bisschen ängstlich, aber auch neugierig. „Was wollen die denn von mir?“, so in der Art. Bei mir ist Edil dann gleich eingeschlafen. Tja und so haben wir das erste Treffen zu dritt hauptsächlich schlafend verbracht, also zumindest Edil. Wir haben uns mit Frau Lohse und Ahlem unterhalten. Frau Lohse hat von uns auch das erste Familienfoto gemacht.

Mein Gott, was für ein Gefühl… wir hielten unser Kind im Arm, ein Traum ging in Erfüllung. Wir durften am nächsten Tag noch einmal kommen. Diesmal war Edil hellwach und wir konnten gute 2 Stunden mit ihr spielen, singen, rum tragen und füttern. Alles war so neu und wir sehr vorsichtig. Wir haben natürlich einige Bilder gemacht, aber auch nicht zuviel, wollten Edil ja nicht gleich ein Blitzlichtgewitter liefern. Aber daheim wollten wir unseren Eltern und Freunden Edil schon mal auf dem Foto zeigen. Wir waren mächtig stolz.

Irgendwann war die Zeit um und wir haben bei Mr. Awgichew den Adoptionsvertrag unterzeichnet. Es hieß nun erstmal wieder Abschied nehmen von Edil, sie winkte uns zum Abschied, so nach dem Motto „war nett mit Euch und wenn ihr mal wieder des Weges seid, kommt doch vorbei“. Sie war gut aufgehoben im Heim, das hat man gemerkt Danke für Eure liebevolle Pflege.

Wir waren noch einige Tage in Addis und haben sämtliche Straßen unsicher gemacht. Für eine Rundreise hätten wir den Kopf nicht mehr frei gehabt. So haben wir gemütlich Addis abgeklappert, mal im Ghion Park, mal Tee oder Kaffee trinken oder einfach nur Taxi fahren.

Heim gefahren (zum Flughafen) sind wir bei strömenden Regen. Als die Maschine abhob und Addis immer kleiner wurde, da konnten wir Beide unsere Tränen nicht mehr zurückhalten. Edil war gut aufgehoben, ihr ging es gut, gar keine Frage. ABER was für ein Gefühl, unser Kind zurückzulassen. Das machte unser Herz ganz schwer. Alle „Gleichgesinnten“ können das sicher nachempfinden.

Der Alltag ging daheim weiter und wie uns Frau Fuchs schon gesagt hatte, es wird schwer alleine heim zu fliegen, doch es gibt auch viel zu tun und vorzubereiten. Sie hatte Recht.

Das warten auf den erfolgreichen Gerichtstermin:

Wir wussten die Gerichtsferien waren nach hinten verschoben wurden, das hieß den ganzen September und Anfang Oktober würde nichts passieren.

Wir gingen Beide unserer Arbeit nach und am Abend wurde nach und nach unser Gästezimmer zu einem Kinderzimmer. Im Secondhand Shop wurden die ersten Sachen für Edil eingekauft. Von vielen Seiten bekamen wir Bücher, Spielzeug, denn da waren die Kinder bereits schon raus gewachsen. Das Zimmer war ziemlich fertig, doch erst mit Edil würde es zu einem richtigen Kinderzimmer werden.

Das bange Warten beginnt, ab Mitte Oktober kommen einem manchmal schon ängstliche Gedanken. Jeder spricht dem anderen Mut zu. Der Anruf will und will nicht kommen, dass der Gerichtstermin erfolgreich war. Anfang November halten wir es nicht mehr aus, wir rufen bei efa an und natürlich, was sollen sie auch anders sagen: „ wir würden als aller Erstes Bescheid bekommen, wenn sich was getan hätte.“ Irgendwie ein wenig erleichtert und auch nicht. Freunde und Bekannte sagen: „Mensch genießt doch die Zeit noch ohne Kind.“ Ein Jeder der gewartet hat, weiß so richtig genießen geht nicht mehr und warum auch. Das haben wir doch lange genug getan und die Zeit wird auch mal wieder kommen in einigen Jahren. Aber jetzt wollen wir zu dritt genießen und erleben.

Am 16.11.2010 ist es soweit, wir bekommen einen Anruf von Frau Mülder auf unserem AB und gleichzeitig eine Mail. Puhhhhhhhhh, einmal kräftig durchatmen, denn jetzt geht’s endlich los.

Auf einmal hab ich nur noch 2 Wochen zu arbeiten, denn wenigsten 1 Woche daheim um ein bisschen „sich einzustimmen“ und das eine oder andere zu erledigen.

Edil abholen:

Am 04.12.2009 fliegen wir nach Addis. Edil sehen wir erst am Montag, den 07.12.2009. Schon komisch, ihr so nah zu sein und sie doch nicht zu sehen. Wir sehen es positiv, denn den 05.12.2009 nehmen wir als Ausschlaftag nach dem Flug und am 06.12.2009 besuchen wir noch ein paar Bekannte in Addis und wir stimmen uns ein mit lecker Injera essen. Mittlerweile hat Addis etwas vertrautes, der Lärm auf den Straßen, die klapprigen Taxis, die vielen Menschen auf der Straße, die Gerüche …man kann das richtig vermissen. Im Z-Guesthouse haben wir zu all dem Lärm und Staub eine kleine Gartenidylle. Die mit Liebe und voller Stolz gepflegt wird.

Am Montag 07.12.2009 war es soweit, wir wurden mit dem efa Jeep abgeholt. Um 11.00Uhr sollten wir Edil wieder sehen. Mulu empfing uns und zeigte uns das Kinderheim, irgendwann kamen wir in den Raum, wo Edil die letzten 15 Monate gelebt hat. Natürlich haben wir uns Gedanken gemacht, wird sie uns wieder erkennen, wie reagiert sie? Werden wir sie wieder erkennen? Wie geht es ihr? Wir haben sie gleich wieder erkannt. Sie lag am Boden und bekam gerade Fieber gemessen. Sie sah irgendwie blass aus und auch ängstlich. Die erste ¾ h war sie nur bei Mulu, wir haben uns ganz langsam angenähert. Immer wieder fing sie an zu weinen. Die Arme, was wird in ihrem Kopf vorgegangen sein.

Irgendwann habe ich sie mir einfach genommen und wir sind in den Garten gegangen. Da gab es schon ein erstes zögerliches Lächeln, tja und dann ist sie wieder Mal eingeschlafen.

Jeden Tag lief es ähnlich ab, nur das die Annäherungsphase immer kürzer wurde.

Ali holte uns jeden Tag mit seinem Taxi Baby, „seiner Frau“ ab, wir genossen die Taxifahrt. Addis einfach mal aus einer anderen Sicht zu sehen.

Am Mittwochnachmittag waren wir mit Mr. Desalegne unterwegs und Ali unser Fahrer. Mr. Desalegne zeigte uns, wo Edil erstmals abgegeben wurde und wo vermutlich ihre Mama gelebt hat. Wir gingen zu dem ersten Office hin und wurden auch gleich empfangen ohne großen Termin. Wir konnten der Office Dame Fragen stellen und haben Ihre Kontaktdaten aufgeschrieben und ein paar Fotos gemacht. Es war eine nette und herzliche Begegnung. Und jede noch so kleine Info aus Edil’s ersten Lebensmonaten und Ihrer Herkunft ist so nützlich.

Wir fuhren weiter zum Office des Erstkinderheimes Enat Alem. Auch hier wurden wir ohne großen Termin gleich aufgenommen, mit Tee bewirtet und haben die Unterlagen von Edil einsehen können und einiges abfotografiert.

Am Donnerstag durften wir Edil für ein paar Stunden schon mit in das Guesthouse nehmen.
Was für ein Gefühl, stolze Eltern, ganz vorsichtig und im 7.ten Himmel. Am Freitag bekamen wir Edil im Schlafanzug, das war für uns das Zeichen, heute bekommen wir unser Mädel ganz. Mulu sagte uns, wir sollten um 15.00Uhr wieder da sein, denn da sei die Abschiedszeremonie für Edil und noch ein Mädchen.

Die Abschiedszeremonie war wunderschön. Es wurden Gebete für die Kinder gesprochen und gesungen. Es war total rührend. Edil und das andere Mädchen bekamen Geschenke von Ihren Nannys. Edil bekam auch Ihre Kuschelpuppe und ein kl. Kissen mit. Ganz wichtig für ihre Schatzkiste, die Jahr für Jahr wachsen wird und später einmal Geschichten erzählen kann.
Viele Nannys verabschiedeten sich von Edil, es waren gefühlte 30 an der Zahl.

Edil ist noch auf der Heimfahrt im Taxi eingeschlafen und hat gar nix mehr mitbekommen. Im Guesthouse hat sie gleich weitergeschlafen. Unsere erste Nacht zu dritt. Edil hat gut geschlafen, wir nicht so…einfach aufgewühlt und man hört auf alle Geräusche.

Die nächsten Tage verbrachten wir damit, Edils Visum zu organisieren, was gar kein Problem war. Wir hatten ja auch noch 5 Tage Zeit und die waren auch gut. Die erste Zeit für uns alleine zu sein. Im Guesthouse fühlte sich Edil wohl, sie fühlte sich zu den Angestellten sehr hingezogen, die Sprache war ihr einfach vertraut und sicher auch das Aussehen.

Der Heimflug war für uns irre aufregend, mit eingeschlafenem Hintern Edil war am Flughafen putzmunter und hat jedem gewunken. Im Flugzeug hat sie dann 6 Stunden auf unserem Schoß geschlafen. Wir waren froh und erleichtert, als wir in Frankfurt gelandet waren. Dann ging es mit dem Zug weiter. Edil hat erstmal eine Runde geschlafen und wir sind bei warmen Kaffee und Baguette ein wenig runter gefahren.

Mit Edil daheim und einleben zu dritt:

Angekommen in Frankfurt, ging es mit dem Zug weiter nach München. Am Hauptbahnhof wurden wir dann von unseren Eltern und Freunden empfangen. Ein einmaliger Moment und für Edil irgendwie ganz normal, so hatten wir zumindest den Eindruck. Es war irre kalt am 18.12.2009, doch unsere Maus steckte das super weg.

Meine Eltern fuhren uns heim und sind auch gleich wieder weg, wir sollten erstmal ankommen und uns melden, wenn’s uns danach ist. Danach gewesen wäre es uns vielleicht mal in 2 Monaten, aber das konnten wir natürlich nicht machen. (Oder doch? Da müssen wir noch an uns arbeiten) Es stand Weihnachten vor der Tür. Wir haben uns sehr sparsam mit den Omas und Opas getroffen, erstmal wollten wir ja zu dritt daheim ankommen.

Ja, nun sind wir 9 Monate mit Edil zu Hause. Es kommt einem ganz oft viel länger vor und doch müssen wir uns eingestehen, dass die endgültige Bindung noch nicht abgeschlossen ist.

Wir sind ein superglückliches 3er Team geworden und viele Sachen die im Januar noch kompliziert waren, gehen heute schon in Routine über. Edil macht uns viel Freude und sie hält uns auf Trab. Sie ist ein Sonnenschein, nach dem Mittags- oder Nachtschlaf wird sie fast immer mit einem Lächeln munter und dann geht auch gleich der „Schnabel“. Sie ist ein Energiebündel, kaum oder nur schwer müde zu kriegen und ihr würde doch tatsächlich schon Kaffee schmecken. Na wem wundert’s sie kommt ja auch aus dem Kaffeeland.
Wir haben auch schon ordentliche Trotzphasen und Wutanfälle…ein ganz normales Kind eben. Beim Nachtschlaf ist Edil sehr sehr dankbar, zu 98% schläft sie durch und am Morgen auch relativ lang. Dafür gehen wir aber abends nicht so gerne pünktlich ins BettJ.

Edil beginnt jetzt richtig zu plappern, alles wird versucht nachzureden. Sie geht gerne Baden – Wasser ist toll. Haare waschen ist zum Glück kein Problem und das Kämmen? Edil hat schöne Haare und das sagen wir ihr auch immer wieder. Wir sind seit fast 7 Monaten in einer Spielgruppe, da sind wir (Mama und Edil) langsam angekommen und Edil hat richtig Spaß, beim Schaukeln, Rutschen, Sand spielen….und Edil ist ne echte Fußballerin. Die haut schon ordentlich drauf auf den Ball.

Sind wir unterwegs, werden fast alle Leute begrüßt mit Winken und einem Hallo oder wir strahlen einfach nur. So geht es natürlich nicht aus, dass man oft und viel angesprochen wird. Es gibt angenehme und schöne Gespräche und Gespräche, die man sehr oberflächlich hält oder erst gar nicht zustande kommen lässt. Auch da müssen wir uns noch ein dickeres Fell zulegen, aber auch das geht schon alles viel routinierter zu als im Januar. Stolz mache es uns, wenn sie zwar mit „Fremden“ auf der Straße/beim Einkaufen flirtet, aber dann ganz schnell und bestimmt auf uns zeigt und Papa-Mama sagt. Das ist so ein schönes Gefühl und ist für uns der Ausdruck: „Wir können zwar flirten, aber das hier sind meine Eltern.“ Auch in der Spielgruppe wird immer geschaut, ist Mama noch da?? Ein ganz ganz tolles Gefühl, dass und wie sich das Vertrauen aufbaut.

Und was sie manchmal so macht und wie sie es macht, ja das ist schon unser Spiegelbild. Sehr sehr amüsant. Wir werden jetzt nachgeahmt und können es manchmal nicht glauben, dass wir das so machen.

Abends, bevor wir schlafen gehen, schauen wir natürlich noch mal nach ihr und ….wir können unser Wunder und Glück immer noch nicht fassen. Wir sind jetzt zu dritt.

Rückwirkend würden wir alles noch mal genauso machen. Es ist schon eine enorme Umstellung, auf einmal ein Kind im Haus zu haben. Aber so geht es doch allen frisch gebackenen Eltern. Nur das wir halt Quereinsteiger sind und unser Kind schon 15 Monate Kind war und wir ganz frische Eltern. Jeden Tag wachsen wir ein Stück mehr rein in unsere neue Aufgabe. Auch, „wie gehe ich mit den alltäglichen Passanten, Erlebnissen… um“, meistens ein positives Echo. Man kann selbst nur dazulernen und wir haben noch einiges zu lernen.

Wir freuen uns auf ein Leben mit Dir Edil Helen.